Hundetricks machen dem Hund Spaß und sind gesund, oder? So stimmt das leider nicht ganz. Besonders bei Hundetricks gibt es viele falsche Informationen und Vorstellungen. Hunden werden deshalb vielfach aus den falschen Gründen Tricks beigebracht – noch dazu ohne Rücksicht auf die möglichen Gefahren.

Ich möchte Sie daher über Hundetricks aufklären und falsche Vorstellungen aufdecken. Wollen Sie Ihrem Hund Tricks beibringen, sollten Sie auf jeden Fall folgende Punkte berücksichtigen:

Falsche Vorstellung Nummer 1: Hundetricks sind gut für die Gesundheit des Hundes

Hundetricks werden oft als Hundetraining gesehen. Was viele Hundebesitzer aber nicht wissen: Einige Bewegungen bei diesen Tricks sind sogar gesundheitsschädlich für den Hund. Wenn Sie Ihrem Hund Tricks beibringen, sollten Sie darauf achten, dass es sich dabei um natürliche Bewegungen handelt. Ansonsten kann es zu schmerzhaften Beschwerden für Ihren „besten Freund“ kommen.

Ein Paradebeispiel dafür ist die Rolle. Werden Hundetricks beigebracht, ist dieser Trick so gut wie immer dabei. Was viele nicht wissen: Es ist einer der gefährlichsten Tricks für Hunde. Denn bei der Rolle über die eigene Wirbelsäule kann sich der Magen auch um die eigene Achse miteindrehen. Dabei werden lebensnotwendige Blutgefäße eingedrückt und der Hund kollabiert innerhalb kürzester Zeit. Eine Operation ist dann notwendig. Bringen Sie den Hund nicht sofort zum Tierarzt, stirbt er in nur wenigen Stunden.

Das ist übrigens auch der Grund, wieso Ihr Tierarzt Ihren Hund nie über den Rücken auf die andere Seite dreht, wenn er bei ihm auf dem Untersuchungstisch liegt. Tierärzte lassen Hunde aufstehen und sich auf die andere Seite legen, weil Sie genau wissen, wie gefährlich das sein kann.

Falsche Vorstellung Nummer 2: Der Hund hat Spaß an den Hundetricks

Wir Menschen glauben immer, diese Tricks machen dem Hund Spaß. Aber eigentlich sind nur wir es, die daran Spaß haben. Der Hund folgt einfach nur den Kommandos und freut sich danach, wenn Sie Ihn loben oder dass Sie sich freuen. Der Trick selbst macht dem Hund keinen Spaß.

Denken Sie dabei nur einmal an Standardkommandos wie Sitz, Platz und Fuß. Hat sich Ihr Hund jemals gefreut, als er neben Ihnen Platz machen musste? Diese Standardkommandos sind im Prinzip ja auch nichts Anderes als Hundetricks, die aber einen sinnvollen Zweck erfüllen (Gehorsam) und daher notwendig sind.

Ist Ihre Motivation also Ihrem Hund eine Freude zu machen, liegen Sie bei Hundetricks leider falsch.

Falsche Vorstellung Nummer 3: Hundetricks ersetzen den Spaziergang

Immer öfter sehe ich im Internet Tipps, dass Hundetricks den Hund körperlich und geistig auslasten. Dann muss man angeblich weniger mit dem Hund spazieren gehen. Dies ist aber nicht korrekt: Ein einfaches Kommando zu befolgen, lastet den Hund weder geistig noch körperlich aus.

Der Hund muss nur ein einfaches Wort verarbeiten, gefolgt von einer kurzen Bewegung. Vergleicht man das nun mit dem Spaziergang, wird klar, warum Hundetricks kein Ersatz sein können. Solange Sie beim Spaziergang zügig gehen, prallen überall neue Sinneseindrücke auf den Hund ein, während er ständig versucht, mit Ihrem Tempo mitzuhalten. So lasten Sie den Hund wirklich geistig und körperlich aus.

Fazit

Hundetricks sind kein Muss. Denn für den Hund haben diese praktisch keinen Vorteil. Sollten Sie sich dafür entscheiden, Ihrem Hund Tricks beizubringen, achten Sie bitte auf die gesundheitlichen Risiken. Ihr Hund sollte für Tricks keine unnatürlichen Bewegungen machen müssen.

Für mich als professioneller Hundesitter und Hundetrainer ist das Thema Hundeerziehung von großer Bedeutung. Ich versuche stets, das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch zu verbessern. Daher hoffe ich, dass Sie dieser Beitrag über drei Mythen zum Thema Hundetricks aufgeklärt hat.

Haben Sie Fragen, Anregungen oder habe ich etwas in meinem Beitrag vergessen? Dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf! Nutzen Sie dafür das Kommentarfeld, schreiben Sie mir eine E-Mail an kontakt@hundesitter-innsbruck.at oder rufen Sie mich direkt an unter +43 664 480 86 22.

Herzlichst,

Ihre Martina Kroh